Offensivspektakel im MES

Nach einer irren Partie mit einer ersten Hälfte auf Offensive-Weltklasse-Niveau und einer halben Stunde in Durchgang zwei auf Kreisklassen-Niveau unterlag der JSK Rodgau im Verfolgerduell der Verbandsliga Süd Aufsteiger SV Pars Neu-Isenburg mit 4:6 (4:2) und rutschte auf den vierten Tabellenplatz ab.

„In der ersten Hälfte haben wir vieles richtig, in der zweiten vieles falsch gemacht. Krasse individuelle Fehler führten nach der Pause zu den Gegentoren. So dürfen wir uns nicht abkochen lassen“, meinte JSK-Trainer Maik Rudolf.

Dabei startete der JSK furios, nach einem Pass in die Schnittstelle umkurvte Chakib Nejeoui Flores Pars-Torhüter Kristijan Ivkic und schob nach nur drei Minuten zum 1:0 ein. Doch die Gäste hielten mit einer starken Offensive dagegen und glichen nach zwölf Minuten durch Bilal El Makrini aus. Dann ging es wieder in die andere Richtung. Neu-Isenburg verteidigte sehr hoch und wurde in der ersten Hälfte immer wieder überlaufen, fand gegen das Umschaltspiel der Hausherren kein Mittel. Der JSK erspielte sich im ersten Durchgang fünf Chancen, viermal lag der Ball im Netz. Nach einem langen Ball umkurvte Nejeoui Flores Ivkic ein zweites Mal (15.), kurz darauf klaute Dominik Fischer der schläfrigen Isenburger Hintermannschaft den Ball, legte auf Nejeoui Flores – 3:1 nach 23 Minuten. Dann waren wieder die Gäste an der Reihe, Marian Stoleru staubte zum 3:2 ab (32.), nachdem JSK-Schlussmann Jerome Czaronek einen Freistoßhammer von Pars-Torjäger Maziar Namavizadeh nicht festhalten konnte und nur an die Torlatte abklatschen ließ. Namavizadeh saß zunächst angeschlagen nur auf der Bank, musste dann aber nach zehn Minuten für den verletzten Semir Duljevic doch vorzeitig auf den Platz – und avancierte in der zweiten Hälfte mit drei Treffern zum Matchwinner der Gäste. Zunächst aber legte Jügesheim noch einmal nach, mit einem abgefälschten 16-Meter-Schuss erhöhte Dominik Fischer zum 4:2-Pausenstand (39.). Drei Minuten später lief Nejeoui Flores ein weiteres Mal alleine auf das Pars-Tor, dieses Mal aber fischte ihm Ivkic den Ball vom Fuß.

„Ich bin in der Pause zum ersten Mal laut geworden“, meinte SV Pars-Spielertrainer Dejan Alempic. Die Neu-Isenburger standen in der zweiten Hälfte tiefer und damit besser. Bis zur 60. Minute verlief die Partie ausgeglichen, dann brachte ein Strafstoß, den Namavizadeh zum 3:4 verwertete, die Gastgeber völlig aus dem Konzept. Neu-Isenburg hatte das Spiel nun sicher im Griff, erst in der 88. Minute kamen die Jügesheimer das erste Mal im zweiten Durchgang gefährlich vor das Gästetor, als ein Distanzschuss des eingewechselten Savvas Konstantinidis knapp am langen Pfosten vorbeistrich. Bis dahin hatten die Gäste die individuellen Fehler des JSK längst ausgenutzt und die Partie durch Tore von El Makrini (63.) und Namavizadeh (69.) binnen weniger Minuten komplett gedreht. In der Nachspielzeit legte Namavizadeh dann noch den sechsten Treffer nach. Vom überragenden Jügesheimer Umschaltspiel der ersten Hälfte war da schon lange nichts mehr zu sehen gewesen.

JSK Rodgau: Czaronek - D. Rosa Garcia (80. Mensah), Arnautovic, Kunth, Enders, Ballesteros, Büttner, Freitag (74. Hitzel), Nejeoui Flores, Fakic, D. Fischer (66. Konstantinidis)

(piste)