Youngster erobert Stammplatz

In Torhüter Jerome Czaronek, Linksverteidiger Max Enders (Senkrechtstarter der Spielzeit 2019/2020) und Routinier Ismael Ballesteros standen nur drei Spieler in allen bisherigen neun Saisonspielen des Verbandsligisten JSK Rodgau über die gesamte Spielzeit auf dem Platz – das Trio kommt somit auf eine Einsatzzeit von jeweils 810 Minuten. Gleich dahinter kommt mit 800 Minuten einer, mit dem vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen war: der erst 19-jährige Rechtsverteidiger Daniel Rosa Garcia, der sich davon allerdings nicht überrascht zeigt: „Ich wollte schon einen Stammplatz haben“, sagt der Youngster, der im Sommer gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Manuel aus der U19 des FC Bayern Alzenau zum JSK gewechselt war.

Die Zwillinge mit deutsch-spanischen Wurzeln wuchsen in Obertshausen auf, wo sie auch heute noch wohnen. Das Fußballspielen erlernten beide bereits mit vier Jahren beim FC Teutonia Hausen, ehe es nach eineinhalb Jahren zu den Kickers nach Offenbach ging. „Dort habe ich allerdings zu wenig Spielzeit gehabt“, nennt Daniel den Grund, warum sich die Brüder nach rund sieben Jahren beim OFC für zwei Jahre der Spielvereinigung 03 Neu-Isenburg anschlossen. Für die SG Rosenhöhe (zwei Jahre) und Bayern Alzenau (ein Jahr) kickten die Zwillinge in der Hessenliga, erste Station im Seniorenbereich ist nun der JSK Rodgau.

„Das war sehr ungewohnt, aber ich habe mich schnell eingewöhnt“, erinnert sich Daniel Rosa Garcia an den Wechsel vom damaligen Gruppenligisten Neu-Isenburg in die Hessenliga-U17 der SG Rosenhöhe, „wir hatten bei der SGR in Thomas Kaltsounis allerdings auch einen sehr guten Trainer.“ Nach dem Abstieg der Offenbacher 2019 blieben die Zwillinge in der Hessenliga, wechselten nach Alzenau. Aber nur für ein Jahr. Der Wechsel zum JSK kam erst sehr spät im Sommer diesen Jahres zu Stande – die Jügesheimer waren auf der Suche nach einem Ersatz für Dennis Profumo, der zur TS Ober-Roden gewechselt war -, dennoch sagt Daniel Rosa Garcia: „Der Wechsel nach Jügesheim war die richtige Entscheidung.“ Die Zwillinge waren in Alzenau als Perspektivspieler gehandelt worden, „aufgrund von Corona haben wir aber nichts mehr von der ersten Mannschaft gehört“, sagt Rosa Garcia. Mit dem Gedanken, mit der zweiten Alzenauer Mannschaft in der Gruppenliga zu spielen, konnten sich die Zwillinge nicht so richtig anfreunden, da kam ihnen das Interesse des JSK gerade recht.

„Ich habe mich sehr gut eingelebt“, sagt Daniel Rosa Garcia. In Alzenau spielte er überwiegend im Mittelfeld, half aber auch mehrfach als Außenverteidiger aus – rechts wie links. Seine neue Rolle beim JSK war ihm daher nicht unbekannt. Nach dem Abgang von Philipp Akkert (Germania Klein-Krotzenburg), der Tatsache, dass sich Leon Hitzel auch weiter vorne im rechten Mittelfeld sehr wohl fühlt und dem letztlich gescheiterten Engagement von Jeremy Lundy (ehemals Rot-Weiss Frankfurt) beim Verbandsligisten, war auf der rechten Abwehrseite des JSK ein Vakuum entstanden. Daniel Rosa Garcia nutzte seine Chance, überzeugte auf dieser Position bereits in der Vorbereitung – und war im ersten Punktspiel gegen Germania Großkrotzenburg (3:0) der einzige Neuzugang, der von Beginn an zum Einsatz kam. Bis auf zehn Minuten beim 4:6 gegen den SV Pars Neu-Isenburg stand der 19-jährige Rechtsfuß – Bruder Manuel bevorzugt übrigens den linken – in allen Punktspielen über die gesamte Spielzeit auf dem Platz. „Pars und Hanau waren unsere schwersten Gegner, weil die sehr offensiv spielen“, sagt Rosa Garcia, der den Wechsel aus der Jugend-Hessenliga in die Verbandsliga der Senioren als „sehr anspruchsvoll“, bezeichnet. Vor allem wird hier „deutlich körperbetonter gespielt“.

JSK-Trainer Maik Rudolf sagt über den 19-Jährigen: „Daniel ist sehr gut ausgebildet und ein sehr bodenständiger Typ. Er und sein Bruder sind immer die ersten auf dem Trainingsplatz, beide wollen sich weiterentwickeln. Bisher hat sich Daniel auf dem Platz sehr abgezockt präsentiert. Er ist ein Typ, der einfach Lust auf Fußball hat. Seine Schnelligkeit kommt ihm da natürlich zu Gute.“ Gerade im schnellen Umschaltspiel der Jügesheimer. Denn seine Stärken sieht Rosa Garcia auch im Spiel nach vorne. „Offensiv mitspielen, Flanken schlagen, Chancen erarbeiten“, zählt er auf. Letztlich sind im Position und Rolle aber egal: „Mein Ziel ist es, immer gut zu spielen. Dann bin ich zufrieden“, erklärt der Obertshausener, der in zwei, drei Jahren die Hessenliga anpeilt. Ein Ziel, dass er dem JSK durchaus zutraut. „Wir haben einen sehr guten Kader, der auch außerhalb des Platzes gut zusammenpasst. Ich traue uns zu, weiterhin oben mitzumischen“, sagt Daniel Rosa Garcia über den Tabellendritten und die laufende Saison. Und um dieses Ziel zu erreichen, will er seinen Teil dazu beitragen. Und nebenbei noch möglichst viele Spielminuten sammeln.

(piste)