Surano muss gehen, Kilinc übernimmt im Sommer

Tevfik Kilinc übernimmt ab Sommer das Traineramt bei der SG Nieder-Roden.

Mario Surano muss nach nicht einmal einem Jahr den Gruppenligisten wieder verlassen.

Überraschender Trainerwechsel beim Gruppenligisten SG Nieder-Roden: Nach nicht einmal einem Jahr und nur zehn Punktspielen trennen sich mit sofortiger Wirkung die Wege der Sportgemeinschaft und Trainer Mario Surano (39). Und auch ein Nachfolger steht bereits fest: Tevfik Kilinc (49) übernimmt nach sechsjähriger Tätigkeit beim Ligarivalen SG Rosenhöhe zum 1. Juli den Trainerposten im südlichsten Rodgauer Stadtteil.

„Wir hatten unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung“, meinte Nieder-Rodens Vorstandsmitglied Matthias Dries. Weil die SGN-Verantwortlichen davon ausgehen, dass in dieser Saison kein Fußball mehr gespielt wird, erfolgte die sofortige Trennung. Sollte wider Erwarten der Spielbetrieb doch noch einmal aufgenommen werden, übernehmen die beiden Co-Trainer Christian Scharnagl und Florian Jäger oder der Sportliche Leiter Roland Gerhardt die sportliche Verantwortung. „Ich denke allerdings nicht, dass es noch einmal losgeht“, meint Dries.

Surano, als Spieler lange Jahre Kapitän der TSG Neu-Isenburg und vor seinem Engagement in Nieder-Roden als Co-Trainer beim damaligen Verbandsligisten Viktoria Urberach engagiert, sagt: „Mir wurde diese Entscheidung so mitgeteilt, leider gab es kein Gespräch mit allen Verantwortlichen.

Auf die Zeit an der Hainburg Straße blickt Surano, der nach Ende der fünfjährigen Ära Gerhardt mit zwei Aufstiegen neuen Schwung in den Seniorenbereich des ehemaligen Verbandsligisten bringen sollte, aber mit Stolz zurück: „Das war eine Superzeit. Wir hatten eine sehr gute Trainingsbeteiligung von 90 Prozent. Die Mannschaft hat top mitgezogen, es hat viel Spaß gemacht.“ Auch das sportliche Ergebnis kann sich sehen lassen: Sechs Siegen in der Gruppenliga stehen vier Niederlagen gegenüber, das bedeutet immer noch Platz vier, auch wenn einige Konkurrenten weniger Partien absolviert haben.

Matthias Dries sagt: „Der Zeitpunkt der Trennung ist sicherlich kein einfacher, weil wir auch gerade mit den Spielern über die neue Saison verhandeln. Aber die Jungs identifizieren sich mit dem Verein und machen das nicht vom Trainer abhängig.“

Mit Tevfik Kilinc – „Ihn hatten wir schon öfters auf unserer Liste“, gibt Matthias Dries zu – übernimmt ab Sommer ein neuer Trainer das Ruder, der in der Region einen sehr guten Ruf genießt. Einst als Spieler (unter anderem Spvgg. 03 Neu-Isenburg, Viktoria Griesheim), seit vielen Jahren als Trainer (FV 06 Sprendlingen, Kickers Offenbach U19, SC Hessen Dreieich). Nach sechs Jahren endet nun sein Engagement auf der Rosenhöhe (unsere Zeitung berichtete), weil die Offenbacher mit einem neuen Trainer neue Reize setzen wollen.
„Nieder-Roden war am schnellsten“, schmunzelt Kilinc, dem auch Angebote anderer Vereine vorlagen. Nach einem Fünf-Stunden-Marathon-Gespräch mit Roland Gerhardt und Patrick Ott (ehemaliger Sportlicher Leiter) sowie dem Gesamtvorstand „habe ich aber gespürt, dass es passt. Die SGN hat bereits vor einem Jahr ihr Interesse geäußert, da hatte ich aber schon auf der Rosenhöhe zugesagt“, erklärt Kilinc, „Nieder-Roden hat eine sehr interessante Mannschaft, die jung und entwicklungsfähig ist.“ Und damit kennt sich der 49-Jährige durch seine Arbeit bei der U19 des OFC und auf der Rosenhöhe bestens aus. „Aus dem Kader kann man noch einiges herauskitzeln. Und im Vorstand sind viele ehemalige Fußballer aktiv, das ist immer ein Vorteil“, ergänzt er.

Auch unter Kilinc wollen sich die Nieder-Rodener nach den Platzierungen neun (Saison 2018/19) und acht (2019/20) weiter in der Gruppenliga Frankfurt Ost etablieren. Druck, in den kommenden Jahren aufsteigen zu müssen, besteht für den neuen Trainer nicht. „Wir wollen weiterhin mit den vielen Nieder-Rodener Jungs guten Fußballspielen, an dem die Zuschauer ihren Spaß haben“, blickt Tevfik Kilinc auf seine neue Aufgabe bei der Sportgemeinschaft voraus.