Die eigene Essenszubereitung hat an Wichtigkeit zugenommen

Andreas Humbert, Sportlicher Leiter des JSK Rodgau.

Mario Surano, Trainer der SG Nieder-Roden.

Dominik Häfner, Trainer des TSV Dudenhofen.

Rachid Karroua, Trainer des JSK Rodgau 2.

Ramiz Demir, Trainer der SG Rodgau Nord.

Ralf Paul, Trainer der SG Nieder-Roden 2.

Lukas Gruchot, Trainer des TSV Dudenhofen 2.

Daniel Frey, Trainer des TSV Dudenhofen 3.

Bernd Rupp, Trainer der SG Rodgau Nord 2.

Keiner weiß, wie es mit dem Amateurfußball weitergeht. Bis zum 28. Februar passiert überhaupt nichts. Das bedeutet, vor Anfang April finden keine Punktspiele statt, schließlich benötigen die Vereine einige Wochen Vorbereitungszeit. Noch wäre zumindest die Hinrunde durchführbar – doch daran glaubt niemand wirklich. Wir sprachen mit Vertretern aller neun Rodgauer Seniorenmannschaften.

Wie viel Fußball prägt aktuell Ihren Alltag?

Andreas Humbert (Sportlicher Leiter JSK Rodgau): Die Planungen für die neue Saison sind in vollem Gange. Sind die abgeschlossen, wird sich Fußball wieder stark reduzieren. Selbst Fußball im TV macht aktuell nicht so viel Spaß.

Mario Surano (Trainer SG Nieder-Roden): Man verfolgt im Fernsehen die Profiligen, mehr ist aktuell jedoch nicht möglich.

Dominik Häfner (Trainer TSV Dudenhofen): Bis auf die Spiele im Fernsehen leider sehr wenig. Natürlich macht man sich Gedanken, was man zukünftig ändern möchte und hat Zeit sich selbst zu reflektieren, aber es ist schwierig, wenn man es nicht direkt umsetzen kann. Daher prägt der Fußball meinen Alltag aktuell leider eher weniger.

Rachid Karroua (Trainer JSK Rodgau 2): Das liest sich jetzt etwas merkwürdig, es ist aber tatsächlich so, dass ich aktuell nichts mit Fußball am Hut habe. Um so mehr freue ich mich, wenn es irgendwann mal wieder losgeht.

Ramiz Demir (Trainer SG Rodgau Nord): Ich versuche, mich über das Internet und Social Media weiterzubilden. Praktisch findet fast kein Fußball statt, außer im TV die Bundesliga und andere Profiligen.

Ralf Paul (Trainer SG Nieder-Roden 2): Fußball ist aktuell schon weiter nach hinten gerutscht, allerdings gibt es ja zum Glück noch die Bundesliga, so dass der Fußball zumindest am Wochenende noch dazu gehört.

Lukas Gruchot (Trainer TSV Dudenhofen 2): Grundsätzlich ist Fußball immer in meinem Kopf und auch ein Teil meines Lebens. Situationsbedingt prägt der Fußball derzeit natürlich nicht ganz so intensiv meinen Alltag, wie es unter normalen Umständen der Fall wäre. Hierzu zähle ich nicht nur den Trainings- beziehungsweise Spielbetrieb beim TSV, sondern auch beispielsweise die nicht möglichen Stadionbesuche oder Bundesliga-Samstage mit Freunden in der Kneipe ums Eck. Zwar verfolge ich beispielsweise die Bundesligaspiele im TV oder bin mit meinem Sohn im Hof ein wenig kicken, aber unterm Strich ist es derzeit schon deutlicher weniger Fußball im Alltag als vorher.

Daniel Frey (Trainer TSV Dudenhofen 3):Es beschränkt sich derzeit auf die Bundesliga-Konferenz, auch das eine oder andere Spiel aus der Premier-League ist interessant. 

Bernd Rupp (Trainer SG Rodgau Nord 2): Momentan etwas weniger, da man weder trainieren noch spielen kann. Dennoch ist Fußball mein Leben.

Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Spielern?

Humbert: In der Regel über WhatsApp. Persönliche Treffen sind sehr stark reduziert.

Surano: Wir erkundigen uns in regelmäßigen Abständen in unser WhatsApp-Gruppe nach der Gesundheit der Spieler.

Häfner: Wir versuchen alle zwei Wochen über Zoom einen Videocall zu machen und haben dabei auch schon interessante Schockrunden gehabt. Ansonsten habe ich mit den Jungs schon geschrieben, aber es ist momentan natürlich viel schwerer, Kontakt zu halten. Zuletzt hatten wir uns im Dezember unter Einhaltung aller Regeln im Freien getroffen, um den Jungs ihre Weihnachtsgeschenke zu geben, das war schon schön mal wieder alle zu sehen. Auch ohne den obligatorischen Handschlag und Umarmung.

Karroua: Bei Bedarf über Whats App oder Telefon. Die Pandemie hat leider in den vergangenen Monaten nicht mehr zugelassen.

Demir: Telefonisch oder über WhatsApp.

Paul: Geht heutzutage alles über WhatsApp. Persönliche Kontakte sollen ja gemieden werden. Wir versuchen uns so gut es geht an die Regeln zu halten und hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist.

Gruchot: Der Kontakt zur Mannschaft wird derzeit größtenteils über WhatsApp aufrecht erhalten. Mit dem ein- oder anderen Spieler hat man zudem auch eine private Bindung, sodass man hier auch abseits des Fußballes in Kontakt steht. Zudem sind einige Spieler noch in einer Lauf-App vernetzt, um sich gegenseitig eine wenig bei den gelaufenen Kilometern anzuspornen.

Frey: Der Kontakt ist fast bei null. Das eine oder andere Telefonat wird schon geführt, da geht es aber eher um private Themen.

Rupp: Über WhatsApp. Da aber alles still steht, wird überwiegend über Geburtstage, lustige Videos und so weiter kommuniziert. Besser als gar kein Kontakt.

Wie halten sich Ihre Spieler derzeit fit?

Humbert: Da ist viel Eigeninitiative gefragt. Unser Trainer hat eine Challenge ausgerufen, an der sich einige beteiligen.

Surano: Wir haben keine Vorgaben oder Trainingspläne erstellt. Die Spieler sind aber eigenständig bemüht, Sport zu treiben. Wir werden zeitnah mit den Jungs eine Art virtuelle Challenge betreiben, um wieder als Mannschaft gemeinsam Spaß zu haben.

Häfner: Da gibt es keine Vorgabe. Anders als im ersten Lockdown vergangenes Jahr, aber auch da war jeder so eigeninitiativ unterwegs, dass wir nicht groß was sagen mussten. Viele der Jungs gehen laufen, das sehe ich, da wir bei der Runtastic-App eine gemeinsame Gruppe haben. Aber sich so ganz ohne wirkliches Ziel fit zu halten ist total schwer, daher mein größter Respekt an alle, die das dennoch schaffen.

Karroua: Jeder ist auf sich selbst gestellt. Da machen wir bewusst keine Vorgaben. Die sportlichen Aktivitäten sind sicherlich ganz unterschiedlich. Ich habe mitbekommen, dass einige Tennis spielen, andere wiederum im Wald aktiv sind oder das Fahrrad nutzen.

Demir: Sie sind aufgefordert, selbst etwas zu tun: Waldlauf oder individuelles Fitnesstraining zu Hause.

Paul: Mein Co-Trainer Yasin Sinan versucht, die Spieler über eine Lauf -App zum Laufen zu motivieren, allerdings ist eine Kontrolle, ob und wie die Spieler sich fit halten, nicht möglich – und kontrollieren wollen wir auch gar nicht. Wir können nur hoffen, dass sie sich eigenverantwortlich fit halten und nicht nur Fast-Food essen.

Gruchot: Ein großer Teil der Jungs geht regelmäßig in den Wald joggen oder hält sich mit Fitness beziehungsweise Stabilisationsübungen (soweit möglich) von zuhause aus fit. Hier bin ich positiv überrascht von den Jungs, dass dies aus Eigeninitiative erfolgt und viele von sich aus den Ansporn haben, fit zu bleiben. Ich persönlich habe daher nicht die Befürchtung, eine überspitzt gesagt übergewichtige Mannschaft am ersten Trainingstag vorzufinden, wenn es endlich wieder losgehen kann.

Frey: Mit Jogging. Im WhatsApp-Status-Verlauf kann man ganz gut die abgespulten Kilometer der Spieler verfolgen. Einige sammeln da ordentlich, andere machen weniger, Vorgaben gibt es aber keine.

Rupp: Einige halten sich fit, andere warten auf den Neustart.

Wie hoch ist der Qualitätsverlust eines Spielers und der Mannschaft nach einer so langen Pause?

Humbert: Aus der letzten Unterbrechung haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich das recht unterschiedlich auswirken kann. Spieler reagieren dabei sehr unterschiedlich. Je nachdem wie die Aktivitäten des Spielers waren, war auch der Zeitaufwand, um wieder in eine gute Belastbarkeit zu gelangen. Abläufe, die sich das Team erarbeitet hatte, müssen natürlich neu angegangen werden, sind aber von den Handlungsmustern in der Regel noch präsent.

Surano: Der Verlust ist leider enorm, wir haben ja diese Erfahrung schon im Sommer gemacht. Da werden wir viel Arbeit vor uns haben und drei/vier Wochen Vorbereitung werden da nicht ausreichen.

Häfner: Das kann man jetzt leider schwer beantworten weil es den Fall ja so zum Glück noch nicht gab. Nach dem ersten Lockdown war ich überrascht, wie qualitativ fit alle waren, aber das kann man jetzt nicht vergleichen. Der Ball ruht seit über drei Monaten und es ist einfach eine andere Jahreszeit und die Einschränkungen sind viel heftiger. Prinzipiell habe ich bei den Jungs aber ein gutes Gefühl, weil ich weiß, dass jeder jetzt noch mehr Bock hat. Und der Wille und die Qualität sind auf jeden Fall vorhanden im Kader.

Karroua: Sehr hoch, die Wettkampfpraxis und die mannschaftstaktischen Elemente können durch andere sportliche Aktivitäten nicht ersetzt werden. Die fußballspezifische Ausdauer und andere Leistungsfaktoren können durch regelmäßiges und spezielles individuelles Training nur bedingt beibehalten werden. Den Spruch „Fußball verlernt man nicht" stimme ich zwar zu, muss aber aus eigener Erfahrung sagen: je länger man pausiert, um so länger dauert die Aufbauphase um wieder an die ursprünglichen Fitness und Fähigkeiten zu gelangen.

Demir: Bei einigen 60 Prozent oder sogar noch höher.

Paul: Gute Frage – da es bis dato noch nie so eine lange Pause gab, ist sie nicht wirklich beantwortbar. Ich persönlich glaube aber, dass es schon einen großen Qualitätsverlust gibt.

Gruchot: Man kennt es ja ein Stück weit von der jährlichen Sommer beziehungsweise Winterpause, die in der Regel jedoch nur sechs bis acht Wochen umfasst. Hier ist es erfahrungsgemäß so, dass die ersten Trainingswochen und auch die ersten zwei, drei Freundschaftsspiele erst mal ein wenig schleppend ablaufen. Nun ist unser letztes Spiel schon rund vier Monate her und es ist völlig unklar, wann es überhaupt weitergehen kann. Das heißt es ist selbsterklärend, dass die Qualität der Spieler und auch der Mannschaft zunächst ein wenig nachlassen wird. Dies wird jedoch aber nur ein kurzfristiger Einbruch sein – Fußball ist ein Stück weit wie Fahrrad fahren, einmal gelernt verlernt man es nicht. Es ist aus diesem Grund aber umso wichtiger, dass den Mannschaften auch eine gewisse Zeit gelassen wird, um sich in Ruhe wieder auf das erste Punktspiel vorbereiten zu können, ohne dass die Spieler überheizt werden und man dadurch Verletzungen riskiert.

Frey: Genau kann man das ganze Ausmaß wohl noch nicht greifen. Ich denke, der hauptsächliche Verlust liegt wohl im konditionellen Bereich. 

Rupp: Der Qualitätsverlust dürfte hoch sein, vor allem im körperlichem Bereich, auch besonders bei den zweiten Mannschaften.

Fangen Sie, wenn die Vorbereitung wieder beginnt, bei Null an?

Humbert: Nein. Der Anspruch an unsere Fußballer ist es, dass sie mit einer Grundfitness wieder ins Training einsteigen. Das Durchschnittsalter ist bei uns auch so, dass sich Anpassungen sehr schnell ergeben. Taktisch können wir auf eingespielte Abläufe zurückgreifen.

Surano: Das hängt von dem Fitnesslevel jedes einzelnen ab. Auch wenn die Jungs sich aktuell mit Joggen oder Stabilisationsübungen fit halten, bin ich realistisch.

Häfner: Das kann man so sagen. Ich glaube einfach, dass es für den Kopf ganz schwere letzte Monate waren und man muss sich gefühlt an alles, was für uns normal war, erst wieder gewöhnen. So blöd das klingt: Wie bei einer Reha nach einer langen Zwangspause. Fußballerisch fangen wir sicher nicht bei Null an, aber für den Kopf und Körper wird es sicher ein Moment dauern, bis man sich wieder dran gewöhnt Fußball spielen zu dürfen und Gemeinschaft leben zu dürfen. Das fehlt unglaublich.

Karroua: Ja, davon gehe ich ganz stark aus.

Demir: Ja, anders geht es nicht.

Paul: Davon kann man bei so einer langen Pause ausgehen.

Gruchot: Definitiv Nein. Bei Null anfangen würde für mich bedeuten, eine Mannschaft zu übernehmen, welche völlig unbekannt wäre oder andersrum, dass die Mannschaft ein Trainerteam vorfindet, welches ihr völlig unbekannt ist. Beides ist jedoch nicht der Fall, da Sebastian und ich mit der Mannschaft bereits seit Frühjahr/Sommer vergangenen Jahres zusammenarbeiten und man sich gegenseitig kennt. Es steht natürlich aber auch außer Frage, dass hinsichtlich der Fitness, des Fußballerischen, des Taktischen undsoweiter einiges wieder aufgebaut werden muss.

Frey: Konditionell schon. Aber im Unterschied zum vergangenen Sommer kenne ich die Männer jetzt schon und kann nun individuell schneller Einfluss nehmen.

Rupp: Auf jeden Fall bei null, man muss ja alle wieder auf ein Level bringen.

Wie wird das Training aussehen?

Humbert: Wohl dosiert mit einer Anpassung in mehreren Phasen. Gezielte Trainingssteuerung, eventuell ist es notwendig, in unterschiedlichen Gruppen zu arbeiten. Die einzelnen Fitnesszustände können so besser angeglichen und Verletzungen kurzfristig wie mittelfristig besser vermieden werden.

Surano: Wir werden wieder von vorne anfangen müssen! Trainingsinhalte wie Intensität, Passspiel, taktische Abläufe, und so weiter langsam wieder steigern. Ob wir die nötige Zeit dafür bekommen, wird sich zeigen.

Häfner: Da gibt es schon den einen oder anderen Gedanken. Sicher werden wir keinen Kaltstart machen und direkt Kondition bolzen. Auch wenn wir vielleicht nochmal spielen dürften und nur eine kurze Zeit zur Vorbereitung hätten. Am Ende ist Fußball unser Hobby und es soll Spaß machen. Und es ist wichtig, dass zu Beginn auch wieder zu vermitteln und zu verstehen. Wenn das gelingt, kommt der Rest automatisch, weil wir einfach super Charaktere im Team haben.

Karroua: So weit wie möglich werden alle Leistungsfaktoren mit Ball im Mittelpunkt trainiert.

Demir: Wichtig ist, die Grundkondition wieder herzustellen. Wie in der Wintervorbereitung stehen Kraft und Ausdauer im Vordergrund. Aber alles mit Ball, weil das den Jungs zur Zeit am meisten fehlt.

Paul: Wie in jeder Vorbereitung wird  mit Kraft- und Grundausdauertraining begonnen, dass dann individuell gesteigert wird.

Gruchot: Das allererste Training wird mit Sicherheit traditionell mit einer Spielform (oder auch „Kickschee“ genannt) ablaufen. Die weiteren Trainingseinheiten müssen natürlich genutzt werden, um die Jungs wieder auf Stand zu bringen. Das heißt gerade die Bereiche Fitness, Koordination, Technik, Taktik werden eine große Rolle spielen. Es wird natürlich auch ein Stück weit davon abhängig sein, wann der Re-Start der Punktrunde erfolgt beziehungsweise wie es überhaupt mit der angefangenen Saison weiter geht.

Frey: Nachdem ich nun ganz viel Zeit zum Nachdenken hatte, wird das System geändert, also wird es neben viel Schweiß großteils auch um Taktik gehen.

Rupp: Das Training wird so sein, dass wir wie vor Rundenbeginn eine mehrwöchige Vorbereitung durchführen.

Wann wird wieder um Punkte gespielt?

Humbert: Hier ist wieder mal ein Blick in die Glaskugel notwendig. Wenn die dritte Welle durch ein mutiertes Virus einschlägt, dann vielleicht erst wieder im Juli/August.

Surano: Das ist leider nicht abzusehen, ich wünsche mir das wir 2021 wieder zur Normalität zurückkehren. Solange aber das Thema Impfung und Virus-Mutationen nicht im Griff ist, werden wir kein Fußball spielen.

Häfner: Ich war immer einer derjenigen, der gesagt hat: Wir spielen auf jeden Fall wieder und das wird nicht ganz so lange dauern, weil ich grundsätzlich schon immer ein Optimist war. Aufgrund der bis heute fehlenden klaren Linie in einigen Bereichen ist mir diesbezüglich der Optimismus ein bisschen abhanden gekommen und ich denke, wir spielen erst wieder in der neuen Saison. Auch wenn ich es mir anders wünsche.

Karroua: Ich glaube, dass es dieses Jahr nichts mehr wird.

Demir (lacht): Da bin ich überfragt, ich hoffe bald.

Paul: Das kann aktuell wohl keiner beantworten – persönlich hoffe ich, dass wir spätestens Mitte April wieder um Punkte spielen können. Ehe dies jedoch möglich ist, benötigen wir mindestens vier Wochen Vorlauf.

Gruchot: Das ist eine sehr gute Frage, die Stand jetzt wohl niemand beantworten kann. Realistisch betrachtet kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, dass noch in der ersten Jahreshälfte um Punkte gespielt wird. Je nachdem, wie sich die Inzidenz-Zahlen mit den ersten Lockerungen entwickeln, bin ich aber gute Dinge, dass wir im April/Mai zumindest wieder mit dem Trainingsbetrieb unter Einhaltung der entsprechenden Hygienemaßnahmen anfangen können.

Frey: Frühestens im Mai. Aber ich bin da eher pessimistisch.

Rupp: Ich denke, dass im Mai bis Juni die Hinrunde beendet wird.

Was nehmen Sie persönlich aus dieser Krise mit?

Humbert: Es ginge in meinem Leben auch ohne Fußball, naja, vielleicht nicht ganz. Die Intensität, in der ich mich bewege, muss es aber nicht sein. Mir fehlt allerdings der Kontakt mit den Gleichgesinnten, die Stadionwurst, die Emotionen und eben das, was unseren Sport so liebenswert macht. Wie wichtig auf einmal ein Friseur wird und wie schön es ist sich einfach mal in ein Cafe zu setzen, alles Selbstverständlichkeiten in der Vergangenheit, aktuell aber stark vermisst. Die eigene Essenszubereitung hat an Wichtigkeit und Qualität deutlich zugenommen. Es ist auch ein andere Solidarität im näheren Umfeld zu spüren. Hier sehe ich aber noch einen langen Weg für unsere Gesellschaft. Für unsere Unternehmer ist es immer noch sehr hart. Viele kämpfen um ihre Existenz. Der Lockdown fordert verstärkte Solidarität und Innovation. So wie es einmal war, wird es nicht mehr werden. Nichts ist stetiger als der Wandel. Beim JSK Rodgau sind wir für diesen Wandel gut gerüstet.

Surano: Die Momente mehr zu schätzen wissen, die einem aktuell fehlen.

Häfner: Ziemlich viel. Leider viel Negatives. Aber was ich auf jeden Fall als großes Plus mitnehme, ist dass die sozialen Kontakte und die eigene Freiheit das größte Gut sind und wir das viel mehr schätzen sollten. Dass Fußball einfach geil ist, es verbindet so viel schönes wie die Gemeinschaft, den Zusammenhalt, den Wettkampf und das Kämpfen für Ziele. Das schönste war aber, dass ich viel mehr Zeit mit der Familie und speziell mit meinem Kleinen hatte, das gibt auf jeden Fall Diskussionen, wenn ich wieder mehr weg bin.

Karroua: Nichts ist selbstverständlich und alles im Leben ist vergänglich. Das machen zu dürfen, was man möchte, ist mehr Freiheit als wir denken.

Demir: Man lernt, viel Zeit mit der Familie sinnvoll zu verbringen und erkennt, dass es auch ohne Fußball noch viel Interessantes gibt.

Paul: Ich stehe jetzt seit 52 Jahren als Spieler und Trainer auf dem Platz, hatte noch nie so eine lange Pause und habe jetzt gemerkt: Es gibt auch ein Leben ohne Fußball, aber Spaß macht mir das nicht. Allerdings zeigt das auch wieder, dass man sich Gesundheit mit keinem Geld der Welt erkaufen kann und diese einfach absolut an erster Stelle steht.

Gruchot: Ich persönlich nehme mit, Dinge die vor der Krise noch selbstverständlich waren, ein Stück weit mehr wertzuschätzen. Sei es einfach das Treffen mit Freunden, Ausflüge mit der Familie oder das Bierchen sonntags nach dem Spiel am TSV-Stammtisch. All diese Punkte (und natürlich noch einige mehr), die man derzeit gar nicht beziehungsweise nur eingeschränkt machen kann, sind wichtige Punkte meines Lebens, auf die man dauerhaft nicht verzichten kann.

Frey: Mir hat es vor allem gezeigt, wie sehr mir der Fußball fehlt. Das Training, die Sportplatz-Sonntage, mein Verein und die Leute. Ich schließe da alle ein. Der Gedanke, dass bald – hoffentlich – wieder gespielt wird, erleichtert diese für mich doch quälende Einschränkung.

Rupp: Freude auf die Normalität und das alle gesund bleiben und sich keiner abmeldet. Ansonsten schaue ich mir alle Spiele im Fernsehen an, von der 1. bis zur 3. Liga und aus England. Besonders wenn es um Gladbach geht.