"Das war ein Handspiel"

Fair-Play steht für ihn an erster Stelle: Matthias Lisowski.

Matthias Lisowski (33) lernte bei der SG Nieder-Roden das Fußballspielen, durchlief bei der Sportgemeinschaft alle Jugendmannschaften, spielte anschließend ein Jahr lang in der „Zwoten“. Nach einer zweieinhalbjährigen Pause wechselte er anschließend zum TSV Dudenhofen. Am vergangenen Sonntag zeichnete sich der Abwehrspieler in der C-Liga-Partie des TSV 3 beim TSV Klein-Auheim durch besonderes Fair-Play-Verhalten aus, korrigierte eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Statt Eckball gab es Strafstoß, Gegner Klein-Auheim glich so in der letzten Minute noch zum 2:2 aus.

Herr Lisowski, wie haben Sie die Szene erlebt?

Ich habe den Ball an den Unterarm bekommen, das war ein klares Handspiel. Ich habe mich gewundert, dass der Schiedsrichter nicht gepfiffen hat. Der Gegner hat protestiert, als der Schiedsrichter mich befragte, habe ich gleich gesagt, dass das ein Handspiel war. Ich versuche im Fußball und generell im Sport immer fair zu sein. In so einer Situation denkt man nicht groß nach, sondern handelt aus dem Gefühl heraus.

Wie war die Reaktion Ihres Trainers und der Mannschaftskollegen?

Trainer Mike Gesenhues hat mir gegenüber direkt nach dem Schlusspfiff seinen Respekt ausgedrückt, die Mannschaft anschließend in der Kabine. Und sie hat mich getröstet, weil wir noch den Ausgleich kassiert haben.

Wie beurteilen Sie das Fair-Play-Verhalten im Sport allgemein?

Dass jemand einen Strafstoß zugibt, ist sehr selten. Oft sieht man, dass ein Spieler den Ball ins Seitenaus schießt und dann doch selbst den Einwurf ausführt. Fair-Play ist selten, vor allem bei den Profis. Dabei sind gerade sie die Vorbilder für unsere Jugend.