(12) Auf Wiedersehen, Herr Schweinsteiger!

Sehr spät hat er sein Abschiedsspiel beim FC Bayern München bekommen: Bastian Schweinsteiger. Heute Abend war es soweit, gegen seinen aktuellen Club Chicago Fire gewannen die Münchner mit 4:0. In der zweiten Hälfte lief Schweinsteiger als Bayern-Kapitän auf. Gefühlte 50 Mal, versuchten seine Mitspieler – alle mit der Nummer 31 auf dem Rücken – ihren einstigen Leader frei zu spielen. Doch dem gelang einfach kein Tor. Und dann kurz vor Spielende: Flanke Alaba, Volleyabnahme Schweinsteiger – Tor. Da machte kein Gegenspieler freiwillig Platz, da spielte ihm keiner absichtlich den Ball vor die Füße. Das Tor fiel aus dem Spiel heraus – passt irgendwie zu Schweinsteiger.

Acht deutsche Meisterschaften, sieben DFB-Pokalsiege. 2012 das verlorene Finale dahoam gegen Chelsea, als Schweinsteiger nur den Pfosten traf. Der wohl bitterste Moment in seiner Karriere. Aber auch einer, der den Bayern aus Kolbermoor stärkte: Triple 2013, Weltmeister 2014. Unvergesslich, wie Schweinsteiger im Finale gegen Argentinien die Ärmel hochkrempelte, trotz blutender Wunde die deutsche Elf als Kapitän zum Titel führte. Da war aus dem „Schweini“, der 2004 gemeinsam mit seinem Kumpel Lukas Podolski beim 0:2 gegen Ungarn sein erstes Länderspiel bestritt, endgültig der Herr Schweinsteiger geworden. Während Schweinsteiger im Laufe seiner Karriere erwachsen wurde, ist und bleibt Lukas Podolski der „Poldi“.

Einer wie Schweinsteiger fehlte der deutschen Nationalmannschaft beim WM-Debakel in Russland. Aber Schweinsteiger hatte im Vorfeld erkannt, dass er sich nicht noch einmal wie 2014 für eine WM motivieren könne und seinen Rücktritt aus der Löw-Elf bekannt gegeben. Ein mutiger, ein richtiger Schritt. Der eines erwachsenen Fußballgottes.

Auf Wiedersehen, Bastian Schweinsteiger!