(4) Dreifachbelastung

Heute Mal ein Blick auf den überregionalen Fußball, die erste Runde des DFB-Pokal stand an. Und Titelverteidiger Eintracht Frankfurt ist schon raus, 1:2 beim Viertligisten SSV Ulm 1846. Peinlich.

Überraschend kam das Aus nach der bisher enttäuschenden Vorbereitung nicht. Einige Leistungsträger verließen nach dem Pokalsieg gegen die Bayern den Verein, den sie in diesem Moment noch so sehr liebten – bis das noch größere Geld lockte. Ersetzt wurden Boateng und Co. Durch Perspektivspieler – das kann nicht gut gehen. Immerhin: die Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Europa League bleibt den Adlerträgern nun erspart. Erinnert sei an dieser Stelle allerdings an den 1. FC Köln. Der qualifizierte sich in der vergangenen Saison nach gefühlten 50 Jahren wieder für einen europäischen Wettbewerb, verpasste es aber, trotz der Millionen für Topstürmer Modeste personell nachzulegen – und stieg am Rundenende ab. Die Eintracht ist gewarnt.

Dass der DFB-Pokal den Kleinen im Spiel des Jahres Flügel verleiht, bekamen auch die Münchner Bayern zu spüren. Beim Nord-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel – ja den Verein gibt es wirklich – zitterten sich die Bayern zu einem 1:0-Sieg. Das einzige Gold, das da bei den Münchnern glänzte, war die Armbanduhr von Sportchef Hasan Salihamidzic. Und auch die Gelb-Schwarzen aus Dortmund hatten am Montagabend kräftig zu ackern, ehe der 2:1-Sieg nach Verlängerung beim Zweitligisten Spvgg. Greuther Fürth feststand. Dabei spielten die Borussen doch eine bisher so überragende Vorbereitung und waren schon dazu ausersehen, die Bayern in dieser Saison vom Gipfel zu stürzen. Der Weg ist noch weit – und vor allem sehr steil. Zumindest dürften die Dortmunder die einzige deutsche Mannschaft – neben dem FC Bayern – sein, die mit der Dreifachbelastung in drei verschiedenen Wettbewerben umgehen können. Und wie sieht die Dreifachbelastung bei vielen Amateuren aus? Job, Fußball, Theke. Auch nicht ohne.