(5) Pokalfieber

Gestern DFB-Pokal, heute Kreispokal. Oder auch nicht. Denn die Kicker des Gruppenligisten SG Nieder-Roden standen in Offenbach bereits auf dem Platz, B-Ligist FC Ilirida trat dann aber doch nicht an und die Nieder-Röder zogen kampflos in die nächste Runde ein. Ebenso erging es am Dienstagabend übrigens dem Hessenligisten Spvgg. 03 Neu-Isenburg, auch C-Ligist Türk. SV Seligenstadt sagte das Pokalspiel ab.

Gut, in einem derart frühen Stadium des Kreispokals (zweite Runde) kann man das verstehen. Spieler müssen arbeiten, unterklassige Mannschaften haben die Hosen voll. Da verzichtet man lieber mal auf eine Klatsche. Vor allem, wenn man im Liga-Alltag Ambitionen auf den Titel hegt.

Allerdings sollten sich einige Vereine einmal fragen, warum sie sich überhaupt für den Kreispokal anmelden. Alleine in der ersten Runde fielen im Offenbacher Kreispokal rund ein Dutzend (!) Spiele aus, weil Vereine einen Rückzieher machten. Gut, dass die erste Runde bereits in der vorletzten Woche der Sommerferien stattfand, kam sehr überraschend, da waren viele Fußballer noch im Urlaub.

Katastrophal war bereits die vergangene Pokalrunde in der Spielzeit 2017/2018, als beide Halbfinal-Partien ausfielen. Die SG Nieder-Roden verzichtete auf die Partie beim Ligarivalen SV Pars Neu-Isenburg, wollte Mitte Mai nicht den möglichen Gruppenliga-Aufstieg gefährden. Und der spätere Hessenmeister SC Hessen Dreieich verzichtete angesichts einiger verletzter Spieler auf das Hessenliga-Derby gegen die Spvgg. 03 Neu-Isenburg. Wobei der SC Hessen schon am Wochenende zuvor die Meisterschaft perfekt gemacht hatte. Eigentlich traurig für einen solchen Verein. Mit einer zweiten Mannschaft in der Hinterhand wäre das nicht nötig gewesen.

Zumindest will der Kreisfußballausschuss die Pokalrunde in dieser Saison deutlich schneller durchziehen, das Endspiel wie in anderen Kreisen auch bereits an Ostern austragen. Und nicht erst am Rundenende.

Am Mittwochabend wird in der zweiten Runde des Offenbacher Kreispokals aber ganz sicher gespielt. Kreisoberliga-Spitzenreiter Sportfreunde Seligenstadt erwartet die Nummer eins der Gruppenliga Frankfurt Ost, den JSK Rodgau. Zur Erinnerung: Am letzten Spieltag der vergangenen Saison schossen die Jügesheimer die Sportfreunde mit einem 2:1-Sieg aus der Gruppenliga. Da haben die „Roten“ - mit den ehemaligen Jügesheimern Patrick Hofmann (TGM SV), Dominik Marton und Jürgen Eißmann (beide TGS) – noch eine Rechnung offen. Da lohnt sich das Hinfahren doch mal so richtig.