(8) Bundesliga-Start

Nun rollt der Ball also auch in der 1. Bundesliga wieder. Ja, meine Heimat ist der lokale Sportplatz nebenan. Aber reingeschaut habe ich dann doch mal, im Eröffnungsspiel zwischen Bayern München und Hoffenheim. Natürlich nur aus Recherchegründen für Pistes Tagebuch. Was dachtet ihr denn?

Schon bei der Aufstellung der Bayern zucke ich zusammen. Wieso spielt da kein Hummels, sondern ein Boateng? Wollten den die Bayern nicht verkaufen? Schwache WM, schwaches Auftreten insgesamt – und dann steht er doch in der Startformation. Das überrascht – auch wenn Hummels zuletzt im Pokal nicht überzeugt hatte. Beim Hoffenheimer 1:1-Ausgleich wusste ich jedenfalls, warum ich gegen einen Einsatz Boatengs bin: Da wurde er ganz schön ausgetanzt. Nach überragenden Jahren ist seine Zeit einfach vorbei – zumindest beim FC Bayern.

Ich behaupte ja, einen sehr großen Sprachschatz zu besitzen. Aber ich lerne doch immer noch dazu. „Da hat er sich vertimet“, meinte Reporter Béla Réthy, als Münchens David Alaba in der ersten Hälfte unter einem Ball hindurch springt. Wie bitte? „Verschätzt“ soll das wohl bedeuten. Ich rege mich ja schon auf, wenn wieder einer den Ball in den Strafraum chipt – auch so eine dämliche Neukreation. Aber „vertimen“ ist schon ein Knaller.

Gefreut hat mich das 1:0 von Thomas Müller. Ja, ich bin halt ein Statistikfreund. Und Thomas Müller ist immerhin einer, der die ewige Torjägerliste der Bundesliga mit nun 105 Treffern noch ein bisschen aufmischen kann. Wir hatten in den vergangenen Jahren nicht viele aktive Spieler, die in der Torjägerliste vorne mitmischten. Der 39-jährige Claudio Pizarro, der zum vierten Mal zu Werder Bremen zurück gewechselt ist, wird so viele Tore wohl nicht mehr schießen und Manni Burgsmüller auf Rang vier bei 21 Toren Rückstand auch nicht mehr einholen. Und auch die acht noch fehlenden Treffer bis zu den magischen 200 Bundesliga-Toren wird der Peruaner nicht mehr schaffen.

Das ist das Ziel von Robert Lewandowski. Der Bayern-Torjäger steht bereits bei 181 Treffern. Und darf die Bayern bekanntlich nicht verlassen. Seinen Wechselabsichten haben die Münchner Bosse einen Riegel vorgeschoben. Ob sich der Pole daher einen Bart wachsen lässt? Gegen Hoffenheim war es immerhin ein 2,5-Tage-Bart. So nach dem Motto: „Ich rasiere mich erst, wenn ich zu Real Madrid darf.“ Na hoffentlich braucht Lewandowski dann nicht irgendwann einen Gehilfen, der seinen Bart hält. Denn die Freigabe kann dauern… sein Vertrag bei den Bayern läuft bis Juni 2021.

Vor lauter Videobeweis habe ich allerdings gar nicht das Endergebnis mitbekommen. Geschweige denn, wer die Tore für die Bayern erzielt hat. Aber mit diesem Unsinn muss ich mich ja morgen nicht mehr herumschlagen, wenn ich wieder auf dem Sportplatz bei einem Amateurspiel stehe.