Was macht eigentlich...?

Dirk Vollmar trainierte die TGM SV Jügesheim in der Verbandsliga und führte den TSV Dudenhofen 2014 von der A-Liga in die Kreisoberliga. Ein Tor im Juni 1999 machte ihn zum Aufstiegshelden der Offenbacher Kickers.

Gleich gibt's ne Bierdusche. 2014 stieg Dirk Vollmar als Trainer mit dem TSV Dudenhofen in die Kreisoberliga Offenbach auf.

„Im Beruf kommt das Thema bei Kundengesprächen immer mal wieder zur Sprache. Ich habe mich scheinbar nicht so sehr verändert und am Telefon kommt der sächsische Dialekt durch“, schmunzelt Dirk Vollmar (46).

Der Moment, der sein Fußballer-Leben prägte: 19. Juni 1999, Osnabrück. Regionalligist Kickers Offenbach gastiert zum Aufstiegsspiel zur 2. Bundesliga, begleitet von 4000 Fans, an der Bremer Straße beim VfL Osnabrück. Beide Mannschaften hatten zuvor Eintracht Trier besiegt, die Kickers mit 2:0, die Osnabrücker mit 3:2. Dem OFC hätte somit ein Unentschieden genügt, um nach zehn Jahren wieder zweitklassig zu sein. Doch nach 20 Minuten gingen die Ostwestfalen in Führung, zur Pause schienen die Kickers wieder einmal auf den letzten Metern zu scheitern. Doch dann kam die 52. Minute: In seiner unnachahmlichen Art glich Dirk Vollmar mit einem Hechtflugkopfball zum 1:1 aus. Mit unglaublicher Leidenschaft verteidigten die Offenbacher das Unentschieden gegen die wütend angreifenden Osnabrücker. In der Nachspielzeit gelang OFC-Kapitän Oliver Roth sogar noch das 2:1 für die Kickers, anschließend brachen alle rot-weißen Dämme. Mittendrin: Aufstiegsheld Dirk Vollmar.

Vollmar verließ die Kickers allerdings ein halbes Jahr später, wurde in der Winterpause nach Wehen ausgeliehen. 2001 folgte nach einer schweren Verletzung der Antrag auf Sportinvalidität, beim BFC Dynamo Berlin trat er seine erste Trainerstelle an. Zurück in Hessen schnürte er noch einmal für den Hessenligisten SV Bernbach die Fußballschuhe, wechselte dann nach Jügesheim zur TGM SV, kickte unter Trainer Karlo Wöll in der Landesliga (heute Verbandsliga) Süd. In Jügesheim übernahm er auch das Amt des Co-Trainers. Nach einem kurzen Ausflug zu Viktoria Kleestadt kehrte er im Oktober 2008 als Cheftrainer nach Jügesheim zurück und führte die TGM SV noch auf den sechsten Platz. In der folgenden Saison startete die TGM SV als Meisterschaftsfavorit in die Runde, erfüllte die Erwartungen aber nicht, Vollmar verließ bereits im Winter den Verein. Nach einem weiteren Engagement in Kleestadt übernahm er im Sommer 2012 den A-Ligisten TSV Dudenhofen, den er in der Saison 2013/2014 zur Meisterschaft und damit in die Kreisoberliga führte.

„Als Trainer war das meine schönste Zeit“, sagt Vollmar und lobt das familiäre Umfeld beim TSV. „Wir hatten viel Spaß und Erfolg“, blickt er zurück. Dennoch trat Vollmar Anfang Dezember 2016 nach viereinhalb Jahren als Trainer beim TSV zurück, „die letzten Ergebnisse haben dazu geführt, dass ich glaube, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen. Ich kann ihr nicht mehr die notwendigen Impulse geben“, meinte Vollmar damals. Einen Monat später heuerte er beim Hanauer Hanauer Kreisoberligisten Eintracht Oberissigheim an, war hier bis Oktober 2017 tätig. „Ich habe dann beschlossen, eine Auszeit zu nehmen“, erklärt der ehemalige Profi, der mittlerweile in Gründau lebt, aber weiterhin in Rodgau arbeitet. „Ich habe die freie Zeit genossen, jetzt kribbelt es wieder in den Fingern, eine Mannschaft zu trainieren.“ Den Kreis Offenbach kennt er mittlerweile sehr gut, Büdingen und Gelnhausen noch nicht ganz so gut. „Wenn ich eine Mannschaft übernehme, wäre es schön, wenn es dort so laufen würde wie in Dudenhofen. Das würde ich gerne nochmal erleben“, sagt Dirk Vollmar.